Manchmal war's bei Wind und Wellen wie auf einer Hochschaubahn", schildert ein Interviewpartner Eindrücke von der Woche auf See. Gesammelt wurden die akustischen Impressionen von Michael Salzer, Luca Touchmann, Nadja Akhnoukh Mikhel und Patrick Wojcik per Mikro und auf Mini-Discs. Aus diesem Rohmaterial schnitt das Schülerquartett (zwischen 12 und 14 Jahren) mit Hilfe zweier Erwachsener an Bord des mediawien-Radioschiffes Azzurra täglich eine Sendung. Ihre Erfahrung im Radiomachen hatten die vier in vergangenen Schuljahren in der Media-Hauptschule am Loquaiplatz (Wien-Mariahilf) gesammelt.
KONFLIKTE
Im Zentrum der Beiträge des Flottenradios stand neben persönlichen Eindrücken, Schilderungen des Alltags auf schwankendem Boden und einem hörbaren Lexikon ("Verdeutschung der Seefahrersprache") immer wieder das Thema Konflikt. Nicht weil so viel gestritten wurde an Bord des einen oder anderen Schiffes. Der einwöchige Segeltörn war keine Urlaubstour, sondern mirno more, die Friedensflotte. "Streits waren ziemlich stressig", bekennt die zehnjährige Sandra Heinschink von der Noah, um aber sofort wie ihre gleichaltrige Freundin Sabrina Weiß zu betonen, dass die angenehmen Seiten singen, lachen, Sonne, miteinander Spaß haben die Woche dominierten. "Man muss halt als Gruppe zusammenheben", tönte es in einer der Sendungen kantig Tirolerisch. "Darüber reden, nach dem Warum fragen, ausdiskutieren."
Über die härteste Form von Konflikt sprachen Sanja und Evelin. Die beiden Mädchen(Serbin und Kroatin) schilderten zweisprachig eigene bzw. verwandtschaftliche Erfahrungen mit dem Krieg in Ex-Jugsolawien. Dieser war Anfang der 90er Jahre Auslöser für das Projekt Friedensflotte. "Das Gute an Bord ist, dass du nicht so leicht ausweichen kannst, du musst den Wickel relativ schnell lösen, sonst kommst du ja auch nicht weiter", beschreibt Radiomacher Michael Salzer eines der Grundkonzepte von mirno more. Die für ihn "beeindruckendste Begegnung während der einen Woche war das Interview mit einem blinden Jungen. "Wenn du ihn im Radio hörst, denkst du, der hat alles gesehen." www.mirnomore.org www.mediawien.at
Mirno more: Großes Friedensprojekt
Friedliches Meer lautet die Übersetzung des alten dalmatinischen Seefahrergrußes mirno more. 1992 wurde die Idee des Segelns mit kunterbunter junger Belegschaft geboren. Was mit einer Handvoll Kindern begann, wuchs sich bis zur diesjährigen 10. mobilkom-Friedensflotte auf 47 Schiffe mit 250 Kids und 160 Erwachsenen aus. Die Radiosendungen können im Internet nachgehört werden.
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